Rahmengeometrie: Wie wichtig ist Rahmenhöhe beim Fahrrad?

Wie wichtig ist die Rahmengeometrie beim Fahrrad

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Wie wichtig ist die Rahmengeometrie beim Fahrrad

Noch vor wenigen Jahren hat sich kaum ein Fahrradfahrer über die Rahmengeometrie des Fahrrads Gedanken gemacht. Dabei entscheidet sie maßgeblich darüber, wie bequem sich auf dem Rad sitzen und fahren lässt. Die Geometrie des Rahmens sollte optimal zum Fahrer passen und wird bestimmt durch Rahmenhöhe, Sitzhöhe, Rahmenlänge und weitere Faktoren. Auch das gewünschte Fahrverhalten des Rades (Rennfahren, Mountainbiking usw.) spielen eine Rolle bei der Auswahl eines möglichst idealen Rades. Ist das Rad in seiner Bauweise nicht optimal auf den Fahrer ausgewählt, führen Fehlhaltungen zu einer unbequemen Sitzposition, erschweren das Pedalieren, lösen Schmerzen und Muskelkater aus und bei Sportlern lässt sich keine maximale Leistung erzielen. Des Weiteren sorgt eine ungünstige Sitzposition für eine schnellere Ermüdung. Worauf gilt es zu achten? Was ist wichtig?

Verhältnis Lenker, Sattel und Sitzhöhe bilden Rahmengeometrie
Verhältnis Lenker, Sattel und Sitzhöhe bilden Rahmengeometrie

Je öfter man fährt, umso wichtiger die Rahmengeometrie

Gewiss lässt sich die Bedeutsamkeit der Rahmengeometrie daran messen, wie häufig und intensiv man sich auf dem Fahrrad bewegt. Gelegenheitsradler, die nur äußerst selten und nur kurze Strecken auf dem Rad zurücklegen, kommen durchaus mit einem grob passenden Rahmen und grober Einstellung von Sattel und Lenkung zurecht. Wer jedoch mit großer Freude häufig und viel mit dem Rad unterwegs ist, benötigt ein Fahrrad, das möglichst körperangepasste Rahmenhöhe, Sitzhöhe und Rahmenlänge für den Fahrer bereitstellt. Die Rahmenlänge beeinflusst die geneigte Sitzposition und streckt den Rücken in seiner natürlichen S-Form. Dies ist wichtig, um der Rückenmuskulatur eine denkbar günstige Position zu verschaffen, um den Oberkörper ausreichend halten zu können und zudem die Druckbelastung für Hände und Arme signifikant zu reduzieren. Der Kopf muss bei einer guten Sitzposition nicht zu sehr in den Nacken gedrückt werden und die Schultern werden weniger durch Stöße belastet. Für das ermüdungsfreie Radfahren ist maßgeblich die korrekte Sitzhöhe verantwortlich. Bei zu niedrigem Sattel wird das Pedalieren anstrengend und führt mittel- bis langfristig zu massiven Knieproblemen. Optimal ist die Sattelhöhe, wenn das Pedal auf seinem tiefsten Standpunkt mit der Ferse erreicht wird, während das Bein gestreckt ist. Eine Verkürzung des Abstands zwischen Sattel und Tiefpunkt des Pedals sollte keinesfalls vorgenommen werden. Allenfalls kann der Sattel weiter nach oben gestellt werden, um den Abstand zu vergrößern.

So ist es richtig

Ob man bei richtigem Sattel-Pedal-Abstand noch den Boden mit den Füßen berühren kann, hängt indes von der Rahmengeometrie an. Entscheidend ist hierbei, in welcher Höhe das Tretlager sitzt und wie die Geometrie des Rahmens bei einem Fahrrad konzipiert ist. Stehen Körper des Radlers und die Rahmengeometrie in einem guten Einklang, lässt sich ein „runder“ Tritt sicherstellen. Dabei ist der Bewegungsablauf beim Pedalieren gleichmäßig in den Auf- und Abwärtsbewegungen. Bei dem Aufwärtsbewegen werden Fuß und Bein aktiv nach oben gehoben, wodurch die kontinuierliche Bewegungsabfolge hinsichtlich des Energieverbrauchs maximal effizient wird. Das „runde“ Treten schont den Körper, der bei idealer Trittfrequenz geschwindigkeitsunabhängig immerhin 80 – 100 Pedalumdrehungen pro Minute zu leisten hat. Die schnellere und leichtere Trittfolge belastet den Körper weitaus weniger, als langsamere und kraftvollere Tretabfolgen. Das richtige Treten sollte im Idealfall mit einer ordentlichen Sitzposition einhergehen, die, wie bereits erwähnt, auch durch die Rahmengeometrie sowie Sitzhöhe, Rahmenhöhe und Rahmenlänge zum größten Teil vorgegeben wird. Je günstiger ein Radfahrer auf seinem Fahrrad sitzt, umso besser gelingt es ihm, seine Kraft über die Pedale ins Tretlager zu bringen. Auch die richtige Haltung beim Sitzen ist überaus wichtig. Bei einer Oberkörperneigung von etwa 15 bis 20 Grad sind beste Voraussetzungen für das richtige Pedalieren gegeben. Auch die Stellung des Lenkers spielt dabei eine bedeutsame Rolle. Das Verhältnis der Rohrlängen und der Winkel sind eine komplexe Materie und sollte individuell anhand der eigenen Körperstatur ausgewählt werden. Damit man das ideale Fahrrad finden kann, sollte man deshalb insbesondere Vielfahrer eine Körpervermessung vom Fachmann durchführen lassen. Durch diese erhält man einen aufwändig errechneten Mittelwert, welche Rahmenmodelle geeignet sind. Rahmengeometrie und individuelle Körpermasse lassen sich so optimal aufeinander abgestimmt kombinieren. Rahmenhöhe und Rahmenlänge lassen sich nach dem Kauf nicht mehr variieren, jedoch kann die Sitzhöhe beim Fahrrad jederzeit korrigiert werden. Letztlich wird nur die Sitz- und Fahrprobe darüber entscheiden, ob das Verhältnis zwischen Fahrrad und Radfahrer stimmig ist.
Rahmengeometrie

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