Fahrradsitz für Kinder: Welches Modell beim Kindersitz?

Fahrradsitz für Kinder – Das richtige Modell finden

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Keine Radtour ohne richtigen Fahrradkindersitz

In Frühling und Sommer ist es toll, mit Kindern und Fahrrad unterwegs zu sein. Sind die Kids noch klein, sollte man frühzeitig nach einem Fahrradsitz für Kinder Ausschau zu halten und auf Prüfsiegel sowie Eigenschaften der verschiedenen Modelle achten. Dabei hat man die Wahl zwischen einem Kindersitz der an der Lenkstange, am Gepäckträger bzw. an der Sattelstange befestigt wird. Jede Variante hat Vorteile und Nachteile, zudem gibt es gesetzliche Bestimmungen die sich nach Alter und Gewicht des Kindes richten.

Fahrradsitz für Kinder
Fahrradsitz für Kinder

Was ist beim Kindersitz wichtig?

Sicherheit für das Kind

Der Fahrradsitz für Kinder dient der Sicherheit beim Radfahren. Das Kind ist darin angegurtet, um nicht vom Rad zu fallen und der Kindersitz soll die Beine vor den Fahrradspeichen schützen. Prüfsiegel wie TÜV oder GS geben Aufschluss darüber, ob ein Fahrradkindersitz den Sicherheitsanforderungen gerecht wird. Beim Kauf ist dies somit ein wichtiger Faktor. Ebenfalls wichtig: Die DIN EN Norm. Ein Modell, das dieser Norm entspricht, ist entsprechend mit einer EN Nummer gekennzeichnet.

Passender Kindersitz – Darauf kommt´s an

Körpergewicht beachten

Die Kindersitze für vorne bringen in der Regel ein leichteres Gewicht mit, als Modelle für hinten. Teilweise liegt das Eigengewicht der Sitze bei unter 2 Kilogramm. Das Körpergewicht des Kindes darf maximal 15 kg betragen. Die meisten Sitze für die Montage hinten wiegen im Bereich zwischen 4 und 5 kg. Mitgenommene Kinder dürfen dann bis zu 22 kg wiegen.

Wegen des Eigengewicht des Sitzes sollte der herkömmliche Fahrradständer durch einen Doppelständer ersetzt werden, damit das Fahrrad nicht umkippt.

Fahrrad Doppelständer gleicht Gewicht vom Kindersitz aus
Fahrrad Doppelständer gleicht Gewicht vom Kindersitz aus

Sitzkomfort

Die Maße beim Fahrradsitz für Kinder unterscheiden sich modellabhängig, allerdings bieten alle Kindersitze genügend Platz im Sitzbereich. In Herbst und Winter kann es je nach Alter des aufgrund der dickeren Winterkleidung durchaus eng werden. Doch dies gilt dann nahezu für alle Kindersitze. Da Winterjacken meist luftig sind, können Kids erfahrungsgemäß trotzdem bequem in den Sitzen Platz nehmen. Angenehm sind weiche Sitzpolster, die mit Klettverschluss befestigt sind. Sie können bei Bedarf auf der Hand gewaschen werden.

Schutz für Beine und Kinderfüße

Beinschale und Fußschale müssen zwingend so konzipiert sein, dass Beine und Füße sicher von den Speichen ferngehalten werden. Ideal sind höhenverstellbare Beinschalen und ausreichend große Fußmulden, in die auch breitere Schuhe passen. Auf der Seite www.fahrradsitz-test.de werden unterschiedliche Modelle getestet und die Sicherheit der Fahrradsitze für Kinder näher unter die Lupe genommen.

Welches Gurtsystem beim Fahrradsitz für Kinder?

Mit einem Dreipunkt-Gurtsystem oder einem Fünfpunkt-Gurtsystem wird der Körper im Fahrradkindersitz befestigt. Dabei ist nicht zwingend ein Fünfpunkt-System das bessere System. Laut Stiftung Warentest schneiden beispielsweise die beiden Sitze Römer Jockey Comfort und Römer Jockey Relax im Prüfpunkt Sicherheit mit ihren Dreipunkt-Gurtsystemen besser ab, als andere Dreipunkt- und Fünfpunktsysteme. Mit der gleichen Bewertung in diesem Prüfpunkt schnitten auch Pegasus BC09 (5-Punkt) und Hamax Siesta (3-Punkt) ab.*

Fahrradsitz für Kinder – Rechtliches

Die deutsche StVO erlaubt die Mitnahme eines Kindes auf einem Fahrrad nur für Kinder bis zum vollendeten 7. Lebensjahres. Der Radfahrer selbst muss mindestens 16 Jahre alt sein. Ein dafür geeigneter Fahrradkindersitz ist zu verwenden.

Für Österreich gelten andere gesetzliche Bestimmungen. Aktuell dürfen mitgenommene Kinder höchstens 8 Jahre alt sein, der Radfahrer mindestens 16 Jahre. Für das Kind besteht bis 12 Jahre Helmpflicht. Zulässig ist der Kindersitz hinter dem Sattel (per Rahmenmontage); Sitze sind zulässig bis 25 kg Körpergewicht. Es darf in Österreich pro Fahrrad nur ein Kind befördert werden, der Sitz muss ein Gurtsystem haben, das nicht vom Kind geöffnet werden kann.

Vorhanden sein müssen:

  • höhenverstellbarer Beinschutz
  • Fixiergurt für Füße
  • Rücken-/Kopflehne

Es versteht sich von selbst, dass der erwachsene Radfahrer konsequent darauf achtet, dass die Gurte richtig angelegt werden, das Kind einen Fahrradhelm trägt und während der Fahrt nach dem Kind geschaut wird.

Fahrradsitz für hinten mit Rahmenmontage
Fahrradsitz für hinten mit Rahmenmontage

Vor- und Nachteile der verschiedenen Sitze

Die Frage, ob man den Fahrradkindersitz besser vorne oder hinten montiert, ist wichtig. Zwar lassen sich Kindersitze, die hinter dem Radfahrer montiert werden können, länger benutzen, weil sie bis 22 kg Körpergewicht tragen. Dies spricht dafür, sich direkt für ein solches Modell zu entscheiden. Allerdings möchte man als Vater oder Mutter gerade die noch kleinen Kids lieber während der Radtour im Auge haben. Dies ist nur bei dem Modell für vorne möglich.

Der Kinderfahrradsitz für die Montage hinter dem Radfahrer wird beim Radfahren kaum gemerkt und beeinträchtigt das Lenkverhalten nicht. Der Fahrradkindersitz für vorne beeinträchtigt das Fahrverhalten. Einerseits kann das Kind vorne am Rad den Radfahrer ablenken, andererseits muss man sich an das neue Fahrgefühl gewöhnen. Je nach Fahrrad Modell und Rahmenbau stoßen manche Radfahrer mit den Knien an die Fuß- bzw. Beinschalen des Kindersitzes.

Trotzdem spricht für das vorne montierbare Kindersitzmodell, dass man sein Kind im Auge hat. Eine gute Lösung ist daher, für die ersten ein bis zwei Jahre den Vordersitz, später dann den Rücksitz zu wählen, wenn sich der Junge oder das Mädchen generell an den Fahrradsitz für Kinder gewöhnt hat.

Markenmodell oder günstiger Fahrradsitz?

Die Preisspanne bei Kindersitzen reicht ungefähr von 45 – 120 Euro. Testsieger mit den Noten 2,2 und 2,3 liegen im oberen Preisbereich. Modelle mit Noten 2,6 folgen unmittelbar und bewegen sich preislich im unteren Segment.* Es gilt also, genauer hinzuschauen und sich in die unterschiedlichen Bewertungskriterien der Testverfahren einzulesen und dann individuell zu entscheiden, für welchen Kindersitz man sich entscheidet.

Mehr Flexibilität durch zusätzlichen Fahrradhalter für Kindersitz
Mehr Flexibilität durch zusätzlichen Fahrradhalter für Kindersitz

Generell haben wir mit Markenprodukten beim Fahrradsitz für Kinder gute Erfahrungen gemacht und nicht das günstigste Modell gekauft. Dies ist jetzt allerdings schon einige Jahre her – die Kids sind groß. Ein wesentlicher Faktor für uns war bei der Suche nach einem Kindersitz, ob es Zubehör und Ersatzteile zum Nachkaufen gibt. Hier lagen die großen Marken wie Römer deshalb für uns im Vorteil. Der Markenhersteller bietet beispielsweise zusätzliche Sitzhalter zum Fahrradsitz für Kinder an, so dass man auf mehreren Fahrrädern die Halterung montieren kann. Der Fahrradkindersitz kann problemlos von einem Rad auf das andere gewechselt werden.

* Daten laut test.de

Lesen Sie auch diese Artikel:

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Post Comment